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Grazy Horse Das Leben & Vermächtnis eines Lakota Kriegers

Artikel-Nr.: 10678

 

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Produktinformationen "Grazy Horse Das Leben & Vermächtnis eines Lakota Kriegers"


Der Mann, der Mythos und die Legende – Eine neue Perspektive
 
Floyd Clown, Doug War Eagle und Don Red Thunder sind die Repräsentanten der Crazy Horse Familie. Mit der Hilfe von B. Matson enthüllen sie Famiengeschichten, die ein neues Licht auf das Leben und den Tod werfen, die das bisher bekannte Wissen über den bekannten Krieger der Lakota verändern werden.
Es wird Zeit, dass diese reiche Quelle an mündlicher Überlieferung, erzählt mit der Stimme der Native Americans, endlich gehört wird.

Rezension vom Amerindian Research (Band 12/2 2017 Nr 44
Eine Biografie des Lakota-Kriegerführers Crazy Horse verspricht eine spannende und informative Lektüre. Genau das liegt nun sowohl in englischer Originalfassung als auch fast zeitgleich in deutscher Übersetzung (von Martin Krueger) vor. Interessenten kennen zweifellos die eine oder andere Crazy Horse-Biografie. Hier hat sich jedoch erstmals die Edward Clown-Familie zu Wort gemeldet, die über Iron Cedar direkt mit dem berühmten Kriegsanführer der Lakota verwandt ist. Iron Cedar und der etwa 20 Jahre ältere Crazy Horse hatten einen gemeinsamen Vater, jedoch verschiedene Mütter. Iron Cedar heiratete später einen Mann, der ein Heyoka war und mit der Ansiedlung in der Reservation den etwas verfälschenden Namen "Clown" erhielt. Dem Leser wird rasch deutlich, dass hier keine pseudofamiliären Indianermärchen erzählt werden. Der Herausgeber des vorliegenden Buches stand mit der Familie Clown seit 2001 in Verbindung und ließ sich deren Familiengeschichte erzählen, um sie in Buchform zu publizieren. Die Lebensgeschichte des Crazy Horse wird eingebettet in die Geschichte der Lakota erzählt und sowohl die Informanten der Clown-Familie als auch der Herausgeber William B. Matson zeigen sich diesbezüglich gut informiert. Die Vielzahl von direkten Bezügen zum Leben und zu den Taten des Crazy Horse ist erstaunlich. Insofern unterscheidet sich diese Publikation durchaus von manch anderer bisher erschienener Biografie. Der Leser erfährt viele Einzelheiten, die in der Familie des Kriegshelden zweifellos oft erzählt und an die Angehörigen der nächsten Generationen weitgegeben wurden. Das muss nicht verwundern, war Crazy Horse doch das prominenteste Mitglied dieser Familie. Der Leser erfährt z. B. Einzelheiten über das Verhältnis zu Black Buffalo Woman, einer verheirateten Frau, Nichte des berühmten Red Cloud, mit der Crazy Horse um 1866 eine kurze Affäre hatte. Völlig anders als die "weißen Historiker", die sich nur auf dokumentarisches Material stützen können, schildert die Familie auch die Beziehung zu der jungen Cheyenne-Frau Nellie Larrabee. Das sind nur zwei Beispiele. Freilich: Es ist keine Autobiografie des Crazy Horse, sondern die Wiedergabe von Familienüberlieferungen, in die sich der eine oder andere Irrtum oder eine individuelle Sichtweise eingeschlichen haben mag. Beispielsweise heißt es, Red Cloud sei während des sogenannten Fetterman-Kampfes (1866) nicht bei seinen Leuten, sondern zu Handelszwecken bei Fort Laramie gewesen (S. 62, englische Ausgabe). Dem steht entgegen, dass mindestens vier Lakota, die persönlich an diesem Gefecht teilnahmen, in späteren Interviews aussagten, Red Cloud sei gleichfalls dabei gewesen (Monnet, 2017: S. 73; siehe nachfolgende Rezension). Vielleicht spielt hier einfach die alte Abneigung der Familien von Crazy Horse bzw. Red Cloud, die insbesondere in den wenigen gemeinsamen Monaten in der Reservation, als Crazy Horse noch lebte, die Beziehungen zwischen den betreffenden Familien dominierte und bis heute nicht vergessen ist, eine Rolle.
Die beiden Buchausgaben unterscheiden sich – abgesehen von sprachlichen Nuancen – in einigen Einzelheiten. So findet sich in der deutschen Fassung ein Vorwort des Übersetzers, während im Original nur eine kurze Einführung von William B. Matson auf den Text einstimmt. Der Familienstammbaum der Familie Crazy Horse / Clown, in der deutschen Fassung vorn, in der englischen ganz hinten angefügt, wurde nicht übersetzt, da es sich um die Kopie eines notariellen Dokuments handelt. Hier ist zu beachten, dass der Stammbaum auf den aufeinander folgenden Seiten wechselweise von links nach rechts bzw. umgekehrt gelesen werden muss. Aber das ist wohl dem Original der Urkunde geschuldet. Die dem englischen Text nur sehr kleingedruckt beigefügten Testamentsdokumente von Red Leggins, Stiefmutter von Crazy Horse und direkte Vorfahrin der Clown-Familie, wurden in der deutschen Fassung ausführlich berücksichtigt und übersetzt. Das ist zweifellos – abgesehen von der bequemen Lesbarkeit – ein Vorteil der deutschen Ausgabe gegenüber dem Original. Zahlreiche historische Fotos illustrieren diese detaillierte Darstellung des Lebens von Crazy Horse. Einzig das Fehlen eines Stichwortverzeichnisses kann man als negativ anmerken, werden im Buch doch viele historische Personen und Ereignisse erwähnt, so dass ein Index für spätere Recherchen hilfreich wäre. Aber ob Index oder nicht: Ein empfehlenswertes Buch! RO/MK

Hardcover
511 Seiten
15x22x5 cm
zahlreiche Abb. s/w

 
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