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2010 Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft

Artikel-Nr.: JB2010

 

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Produktinformationen "2010 Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft"

Seit 1970 gibt die Karl-May-Gesellschaft jedes Jahr – mit Ausnahme des Doppeljahrgangs 1972/73 – ein umfangreiches Jahrbuch heraus.

Begründet und herausgegeben von Claus Roxin. 1974 hrsg. von Claus Roxin und Heinz Stolte. 1975ff. hrsg. von Claus Roxin, Heinz Stolte und Hans Wollschläger. 2000ff. hrsg. von Reinhold Wolff, Claus Roxin, Helmut Schmiedt und Hans Wollschläger. 2004ff. hrsg. v. Claus Roxin, Helmut Schmiedt, Hartmut Vollmer, Reinhold Wolff und Hans Wollschläger. 2008ff. hrsg. v. Claus Roxin, Helmut Schmiedt, Hartmut Vollmer und Johannes Zeilinger

Jahr 2010
DAS VIERZIGSTE JAHRBUCH mit seiner runden Jahreszahl weist auf eine beeindruckende Präsenz von Forschungsergebnissen zu dem Autor Karl May (1842–1912) hin. Mays Persönlichkeit, sein Lebensweg und sein literarisches Werk bilden eine vielfach verwobene Einheit. Einige Glücksmomente in Karl Mays Leben sind dem Jahrbuch vorangestellt, Fotos eines Gartenfestes des Jahres 1897, die Hans-Dieter Steinmetz kenntnisreich kommentiert. Klaus Eggers erforscht das Schicksal von Karl Mays ›Buch der Liebe‹, das schon zu Lebzeiten Mays vergessen war, aber fast programmatisch Auskunft gibt über Mays Wertehierarchie. Willi Vocke analysiert die Trilogie ›Satan und Ischariot‹. Sie gehört zu Mays großen Abenteuerromanen, enthält Elemente der Kolportage und steht in der Tradition des romantischen Romans à la E. T. A. Hoffmann. Die Geschichte des Turms von Babel ist einer der großen Mythen über menschliche Hybris und wurde für Karl May zu einem literarischen Topos (›Von Bagdad nach Stambul‹, ›Im Reiche des silbernen Löwen‹, ›Babel und Bibel‹). Rudi Schweikert und Helmut Lieblang sichten in ihren Quellenstudien Mays Vorlagen und die Schaffenspraxis des Reiseerzählers May. Eine gute Ergänzung ist Wolfgang Sämmers Dokumentation der zeitgenössischen Kritik zu dem Drama ›Babel und Bibel‹. So vernichtend, wie oft gesagt wird, waren die Beurteilungen seinerzeit nicht. Barbara Drucker bietet Überlegungen (›Intertextualität im Zeichen der Germanisierung‹) zur Winnetou-Figur. Ihr Ergebnis ist die radikale (und Widerspruch provozierende) Aussage, dass Karl May Winnetou zu einem Deutschen umerzogen und mit dieser Germanisierung mehr Erfolg gehabt habe, als es je die amerikanische Assimilierungspolitik vermochte. Karl May und Theodor Fontane, die heute noch Vielgelesenen, und Paul Heyse, der einst als ›Dichterfürst‹ Verehrte, entwickelten, wie der Beitrag von Jochen Strobel darlegt, überraschend ähnliche Strategien im Umgang mit der Massenpresse und der Fotografie. Karl Mays Verhältnis zu Politik und Religion wird von Hagen Schäfer untersucht, der sich auch Mays fiktivem Idealstaat Dschinnistan zuwendet und Parallelen zu dem von Augustinus entworfenen Gottesstaat, der Civitas Dei, sieht. Die Karl-May-Verfilmungen der 1960er-Jahre, künstlerisch oft nicht einmal von Mittelmaß, sind doch auch Rezeptionsformen von Literatur. Der Essay von Wolfgang Jacobsen verortet sie in die Situation des gesellschaftlichen Umbruchs im Nachkriegsdeutschland. Die fundierte Arbeit von Alfred Messerli über die Rezeption Mays in der Schweiz gibt umfassende Einblicke in den Schweizer Karl-May-Diskurs. Das Jahrbuch enthält auch Berichte zu den momentanen Aktivitäten um Karl May und sein Werk.

 
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